| COUNT, THE "Zero" (EBM-Dark Wave) (Dark Wings) Die Koblenzer haben nun auch den Weg in die Labelwelt vollzogen und überzeugen mit einer Melange aus 80er angehauchtem EBM und aggressivem Dark Wave. Eine bittersüße Piano-Ballade führt in das Werk, bevor eine treibende Dunkelheit mit elektronischer Vehemenz die Szenerie übernimmt. "IQ" verzichtet noch auf brachiale Elemente und lässt die Melodie verspielt fliessen. Dezent arbeitet man mit melancholischen Zwischenspielen. Diese flächig angelegten Auflockerungen dienen der Steigerung des Spannungsbogens. Schön das die Band auf gezwungene Überlagerungen verzichtet und auch mal puristisch den sphärischen Untergrund glänzen lässt. Melancholie und Aggression gehen gesangstechnisch in "Plastik" Hand in Hand. Die Melodie bleibt bis auf gestreute Breaks sehr sanftmütig und ist im Mark sehr tanzbar inszeniert. "Tolerance" ist von der verwegenen Elektronik her etwas moderner dargebracht, den Charme erfährt der Song durch die mal verfremde, mal klare, mal geflüsterte Stimme. Musikalisch allerdings einer der schwächeren Songs. Das folgende "Lost" macht diesen kleinen Ausrutscher mehr als weg. Ein wenig Wave Pop der 80er und der betörende weibliche Gesang sorgen für eine fast nostalgische Atmosphäre. Seinen Hang zur Dramatik beweist der Vierer mit "Ground". Monotonie in einem schwarzen Mantel gekleidet und ihn auf dem Altar der Finsternis gelegt. Verhallter, akzentuierter Sprechgesang sorgt für bedrückende Stimmungen. "Silence" ist ein perfekter Clubsong für schwarze Diskotheken und könnte dem DJ als perfekter Übergang vom Gothik Sog hin zur Elektronik dienen. Naiver Dadaismus trifft in "00:30:00" auf experimentelle Elektronik. Der Text wandelt zwischen Subaggressivität und leichten Sarkasmus. "Sinus" gehört zu den schnelleren Songs und lebt von einem durchdringenden Refrain, der mit Reibeisen Gesang aus den Stimmbändern hervordringt. "Lichtertanz" gehörte bereits auf der Eigenproduktion "Music for the slaved new world" zum Höhepunkt. Hie und da wurde nun noch ein wenig gefeilt, die Ecken und Kanten behielt man aber bei. Dark Metal meets Synth Pop, die böse Seite wird stimmmäßig gehuldigt, musikalisch dann wieder negiert. In "Pulse" lädt man dann wiederdie weibliche Komponente zum Stelldichein und das gelingt wie auch schon in "Lost" auf perfekter Weise. Wenn die Stimme eine leicht melancholische Wärme ausstrahlt und die Melodie mit poppiger Extravaganz lächelt erinnert mich das an Damion in the Casket/Rebentisch. Ein harmonisches, in sich stimmiges Werk, welches geschickt die Wave-Pop-Kultur der 80er mit EBM verbindet. www.thecount.de (andreas) |