Agonoize
CH-Aarau, Flösserplatz 11.11.2006
(Fotos by Cornelius - www.darklight.ch)

Für einmal war ich in der glücklichen Lage, keinen längeren Weg auf mich nehmen zu müssen. Liegt der Flösserplatz doch gerade mal knapp 12 Fussminuten von meiner Wohnung entfernt. Mit leichter Verfrühung traf ich kurz vor 22 Uhr am Club ein. Zu meiner Überraschung war dieser schon geöffnet (kleiner Kommunikationsfehler zwischen Homepage des Veranstalters und Flyer, die unterschiedliche Öffnungszeiten angekündigt hatten). Immerhin ein Vorteil hatte die vorgezogene Öffnung, es gab noch gratis Bier. ;-)



Überraschend elektronisch bot sich die Tanzfläche an. Im Gegensatz zu anderen Parties des Veranstalters lief für diesmal (sehr zu meiner Freude) eine deftige Mischung aus Industrial Clubhits. Kurze letzte Absprachen mit dem Lichttechniker für etwas helleres Licht zum Fotografieren und schon gings um 23 Uhr los für die Jungs von AGONOIZE. Unter drückenden Bässen enterte Chris (Sänger, oder besser gesagt die Stimme von AGONOIZE) zu "Slave the Needle" die Bühne. In seiner Hand bereits eine überdimensionierte Spritze mit einer riesigen Nadel. Demonstrativ und mit abartig verzerrtem Gesicht drückte er sie sich wenig später in die Venen. Anschliessend begann die "Eternal Darkness". Meine Wünsche auf etwas helleres Licht wurden kategorisch vom Tontechniker AGONOIZE's unterdrückt. Trotzdem hab ich mein bestes gegeben, um ein paar wenige Bilder zu bekommen. Währenddessen hämmerte sich Chris das Mikrofon zu "Death Murder Kill" kräftig gegen die Brust, sehr zur Freude des Publikums. Die ca. 150 Gäste wogten, tanzten und hüpften in den Bässen über auf sie niedergelassen wurden.

AGONOIZE boten durchwegs eine solide Show, leider mit etwas wenig Special Effects. Diese wurden aus Rücksichtsnahme gegenüber der Aufräumcrew stark reduziert. So kamen neben der Spritze am Anfang nur noch ein paar Kunstblutsäcken zum Einsatz, welche sich Chris gekonnt abseits der Blicke des Publikums über das Mikro legte während er dieses gegen seinen Kopf hämmerte. Es entstand der reale Eindruck, er würde sich den Kopf zertrümmern. Alles in allem spielten AGONOIZE, welche leider nur zu zweit auf der Bühne stehen konnten (da ihr dritter Mann leider beruflich verhindert war), ein gutes, gemischtes Set bestehend aus 13 Songs, wovon zwei als Zugabe gespielt wurden.
Für mich war dies das erste AGONOIZE Konzert und durch etliche Fotos der deutschen Fotografenkollegen vom WGT und anderen grösseren Shows war ich etwas vorverwöhnt in Sachen Special Effects. Zwar konnten AGONOIZE hier nicht so eine fette Show bieten wie an einem grossen Festival, trotzdem kam ihre Bühneshow ausgereift und vor allem sehr sehr düster und außergewöhnlich rüber. Nach diesem Gig hab zumindest ich jetzt eindeutig Lust auf mehr bekommen und hoffe, die Jungs mal in einer grösseren Location mit mehr Showeinlagen sehen zu können.

Nach dem Konzert ging dann die Afterparty zunächst im gleichen musikalischen Stil wie vor dem Konzert weiter, verlief sich dann aber mit der Zeit in ruhigere Elektroklänge, welche mich dazu bewogen, mich auf den Heimweg zu machen. Rückblickend ein sehr guter Abend mit einem erstklassigem Konzert. Danke ans Spellbound-Team und natürlich an AGONOIZE!

Setliste AGONOIZE
- Slave to the Needle
- Eternal Darkness
- God For Sale
- Bängbäng Goodbye
- Death Murder Kill
- Running
- Glaubenskrieger
- The Holy Flame
- Open the Gate
- Chains of Love
- Nekropolis
- Sacrifice
- To Paradadise



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