PARTY.SAN METAL OPEN AIR :: Entspannt und gute Stimmung
Bad Berka vom 06.-08.08.2009

Nachdem wir 2008 auf dem Party.San schon die Zusagen von Marduk, Satyricon, Shining und Den Saakaldte erfahren haben, war für uns klar, nächstes Jahr geht es wieder nach Bad Berka.


Donnerstag

Als wir, wegen leichten Problemen, sehr spät auf dem Gelände ankamen, spielte Postmortem bereits. Als wir das die Zelte und den Pavillon dann aufgebaut hatten, grillten wir mit Azarath als musikalische Unterstützung. Die Polen legten mit ihrem technischen Death Metal, zwischen Behemoth und Morbid Angel, ein ganz schönes Brett vor. Schade, dass mir die Band vorher nicht bekannt war und wir so spät ankamen, sonst hätte ich mir das Ganze gerne aus der Nähe angesehen, Songtitel wie "Baptized In Sperm Of Antichrist" sind doch mal ´ne Ansage! Aufgrund der anstrengenden Fahrt, brachten wir uns mit Bier und Jägermeister erst einmal auf Betriebstemperatur, um dann für DEN Auftritt des Tagesheadliners Marduk bereit zu sein. 10 Jahre "Panzer Division Marduk" wurden gebührend gefeiert. Der Auftritt begann dann auch gleich mit dem Titeltrack und dann wurde das Album Song für Song gespielt. Welch ein Fest! Nach der guten halben Stunde Panzer Division wäre der Auftritt laut Plan schon zur Hälfte vorbei gewesen, aber Marduk schienen Lust zu haben, auf der Bühne zu stehen und verdoppelten ihren Auftritt von einer geplanten Stund auf etwas mehr als 2. So kamen wir auch noch in den Genuss vieler anderer guter Songs. Steigerung des Ganzen, ich erwischte noch eines des T-Shirts, die extra zu diesem Jubiläumsauftritt in einer Auflage von nur 150 Stück angefertigt wurden. Ein denkwürdiger Abend.


Freitag

Da wir die entspannte Stimmung und unsere Reisegruppe genossen, kamen wir am 2. Tag erst um 17h das erste Mal vor die Bühne. Vorher lauschte ich beim Grillen Solstafir, die mir auch leider, wie schon gestern Azarath, unbekannt waren. Ihr Post Black Metal traf voll auf meine Ohren. Nachdem ich mir das aktuelle Album organisiert hatte, lief es Monate bei mir rauf und runter. Leider immer mit dem fahlen Beigeschmack, die Gefühle live verpasst zu haben. Den Saakaldte sahen wir uns dann aber direkt an, da ich gespannt war, was Niklas "Kvarforth" außerhalb von Shining sonst so fabrizieren würde. Musikalisch nicht weit von Shining entfernt, gefiel mir das Ganze, konnte mich aber nicht so überzeugen, wie Shining es immer wieder schafft. Natürlich waren alle gespannt, was "Kvarforth" auf der Bühne wieder so treiben würde. Bei Den Saakaldte steckte er sich bei einem Song den Finger in den Hals und kotzte während(!) des Singens auf die Bühne. Geschmackssache!
Danach studierten wir das ganze Festivalgelände und fanden und zu Hate Eternal wieder vor der Bühne ein. Die US-Deather um Eric Rutan legten dann in einer dreiviertel Stunde alles um die Bühne in Schutt und Asche. Das Ganze hat live noch mehr Druck, als wenn man die heimische Anlage bis zum Anschlag aufdreht. Hate Eternal haben mich definitiv beeindruckt. Misery Index war die nächste Band, die wir uns ansahen. Bis jetzt hatten sie zwar mein Interesse wecken, mich aber noch nicht überzeugen können. Diese Band hatte auch live mehr zu bieten als auf Tonträger, aber ein Fan bin ich noch nicht geworden, ich warte noch mal die nächsten Veröffentlichungen ab. Ich habe das Gefühl, da kommt noch was auf uns zu. Und schon waren wir wieder beim Tagesheadliner angelangt. Satyricon standen in den Startlöchern und wer sich das entgehen lässt, ist selber Schuld. Eine der großen Bands der zweiten Welle des Black Metal, die mittlerweile "nur" noch aus dem charismatischen Sänger "Satyr" und dem Ausnahmeschlagzeuger "Frost" besteht, die definitiv ganz oben angekommen ist. Wer hätte das, Mitte der Neunziger, für möglich gehalten. Der Auftritt enthielt genau das, was man von Satyricon erwartet. Ein guter Sound, Songs die hauptsächlich von den Veröffentlichungen ab "Rebel Extravaganza" stammten und natürlich der Übersong zum Abschluss. Bei "Mother North" sang wieder mal das ganze Publikum aus voller Kehle mit. Sonst bleibt einem zu Satyricon nichts zu sagen. Alles prima!


Samstag

Auch der dritte Tag startete für mich sehr entspannt. Zu Shining um 17h bewegte ich mich vor die Bühne. Die Band wegen der ich hauptsächlich hergekommen war, stand auf der Bühne. Shining spalten immer noch die Gemüter, mit ihrer Musik und auch mit ihrem Image. Mir gefällt das Ganze sehr und so war ich froh sie endlich mal auf einer Bühne sehen zu dürfen. Die Stimmung, die sie mit ihrem Post Black Metal erzeugen, finde ich immer wieder bemerkenswert. Und die Show lief sehr gesittet ab, keine Selbstverletzungen, keine Beleidigungen des Publikums, nur etwas Geknutsche zwischen dem Sänger und dem Basser. Einige waren enttäuscht, andere schon von der abgespeckten Version der "Bühnenshow" angewidert. Halt Geschmackssache. Ich fand den Auftritt sehr gut.
Brutal Truth gehörte nie zu den Bands, die mir wichtig waren, aber live sehen wollte ich sie schon. Gut, jetzt habe ich sie gesehen, umgehauen hat es mich nicht, aber geschadet hat es mir auch nicht. Moonsorrow verregnete total, aber mit einem Kumpel ging ich zum Bühnengelände, da er sie unbedingt sehen und ich etwas essen wollte, so kombinierten wir beides. Musikalisch ließ mich das ganze aber so kalt, wie mein Essen nach 5 Minuten im Regen leider geworden war. Als nächstes standen Brujeria auf der Liste. Die All-Star Truppe mit den beiden bekloppten Mexikanern am Mikrofon räumte dann auch gut ab. Ihre Mischung aus Death Metal und Grindcore kam gut beim Publikum an und bei Songs wie "Marihuana" (Macarena-Cover) gingen viele Schmunzler durch das Publikum. Diese Truppe sollte man mal live gesehen haben. Die vorletzte Band des Festivals war dann mein persönlicher "Tagesheadliner". Dark Funeral standen als nächstes auf der Liste. Die schwedische Hochgeschwindigkeitstruppe konnte dann auch, wie erwartet, viel Publikum vor die Bühne ziehen. Sie hatten das Publikum im Griff und wussten zu überzeugen, die Songauswahl ließ keine Wünsche offen. Somit hatten Dark Funeral den schlechten Eindruck, den sie vor einigen Jahren auf dem With Full Force bei mir hinterließen, ganz klar durch einen sehr guten ersetzt. Six Feet Under war mir an diesem Tag völlig über und so hörte das Festival musikalisch nach Dark Funeral für mich auf.

Ein absolut gelungenes Festival, mit einer Entspanntheit und guten Stimmung, dich mich immer wieder überzeugt nächstes Jahr wieder zu kommen. (hendrik)
www.party-san.de



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