MAGIC CIRCLE FESTIVAL 2008 :: Die Appettitmacher für Manowar
Bioenergiepark Nordwaldeck in Bad Arolsen vom 09.-12.07.2008
(Fotos by Ludger - www.schmoelenjochen.de/sub9.htm)




Das war er, der erste Tag des Magic Circle Festivals im angrenzenden Hessenland in Bad Arolsen. Man könnte es biblisch freier formulieren: Man sah, dass es gut war - erster Tag...

Leider fehlt mir jegliche Info zur ersten Start-Band BENEDICTUM. Sie fiel mehreren bautechnisch gesperrten Ortsdurchfahrten des Hochsauerlandes und den damit verbundenen Umwegen zum Opfer.



Dann bestiegen aber die Jungs von MSG (Michael Schenker Group) die Bühne. Die Band um den Bruder des SCORPIONS-Gitarristen Rudolf Schenker legte bereits einen außerordentlich guten Mix aus hartem Rock, griffigen Gitarrenriffs und gängigem Sound auf die gigantische Bühne. Vor dieser, schätzungsweise fünfzehn Meter hoch und dreißig Meter breit, hätten zu diesem Zeitpunkt jedoch auch noch einige weitere Besucher Platz gefunden. Gleichwohl zog es einige Besucher, die im Übrigen aus aller Herren Länder wie Östereich, Spanien, Schweiz, England und Holland aufschlugen, wohl ausschließlich zu den MANOWAR-Acts am Freitag und Samstag. Das erklärt auch die während des Konzerten teils recht gut gefüllten Campingplätze.

Schenker und Kollegen jedenfalls war das ganze Drumherum offensichtlich schnurz. Sie spielten, was das Zeug hielt und sorgten entsprechend für gute Laune und gute Stimmung im Publikum, welches sicherlich auch beflügelt von einigen Entschädigungsfreibieren war, da MSG erst mit viertelstündiger Verspätung - hier steckte man im Stau - starten konnte.

Gut Anfang fünfzig und spielfreudig wie ein Mitdreißiger durfte sich Schenker hinsichtlich der folgenden zwei Artisten sogar noch als relativ jung bezeichnen. Denn nachdem die Bühne umgebaut war folgten die zwei Acts, die dann auch größere Massen vor die Bühne zogen. Und wie soll man diese beiden beschreiben? Hard Rock Opas? Nein, das wäre despektierlich. Hard Rock Veteranen? Nein, das wäre zu martialisch. Ein geschmeichelt gemeintes Hard Rock Dinos trifft es wohl am ehesten.



Zuerst machte sich Theodore Anthony, call him TED, NUGENT daran, der Menge mit seinen zwei mitgebrachten Musikern einzuheizen. The Nuge, wie er oft genannt wurde, schaffte dies völlig problemlos. Auch wenige Monate vor seinem sechzigsten Geburtstag zeigte er sich frühlingsfrisch auf den Brettern, die ihm die Welt bedeuten. In besonderem Maße zeigte er, dass Musik offensichtlich jung hält, denn er spielte sich in gut einer Stunde durch ungefähr vier Jahrzehnte seiner Musikgeschichte, was das Publikum mit heftigem Applaus bedachte.

Aber so sehr dieser Part auch überzeugte, für Zugaben blieb keine Zeit, denn in den Startlöchern stand Vincent Damon Furnier, besser bekannt als ALICE COOPER.



Der im Februar sechzig Jahre alt gewordene betrat die Bühne und das Publikum rastete wahrhaftig aus. Es bedurfte keiner vielen Worte, dieses regelrecht in Extase zu versetzen. Viele schienen sich ihre Kraft für den "Doctor of Music" der Grand Canyon University aus Phoenix aufbewahrt zu haben. Zu Recht. Denn was COOPER abliefere, war schon große Rockmusik. Natürlich durften weite Teile seines letzten Album "Dragontown" nicht fehlen. Doch gerade hier zeigte sich die große Fanschar dieses polarisierenden Musikers, der auch gerne mal auf der Bühne seinen eigenen Tod oder seine eigene Exekution darstellt. Denn eine äußerste Textsicherheit der Fans bot sich dem Zuhörer. Auch gab es hier und da schon einen Vorgriff auf das in Kürze erscheinende Album "Along came a spider".

Natürlich wurden auch ältere Stücke wie "Feed my Frankenstein" eingeflochten, was insgesamt einen bunten Reigen aus ebenfalls ungefähr vier Jahrzehnten Rockmusik ergab. Es ist erstaunlich, was diese Männer in der Lage sind zu leisten. Gerade COOPER, der mal wirsch, mal lasziv, mal keuchend und stöhnend, dann sprintend über die Bühne turnte.

Auch das, was sich abseits der Bühne abspielte, durfte das Schwermetallerherz erfreuen. Für die Verköstigung war bestens gesorgt und auch an den zahlreichen Merchandisingständen fehlte nichts. Vom Aufkleber über Schuhen bis hin zur Lederhose konnte der Fan sich komplett neu einkleiden.

Dieser Abend, der nahezu ohne Regen auskam, ging jedenfalls viel zu früh zu Ende. Und auch wenn die Hauptattraktion des Frei- und Samstages, MANOWAR, oder aber auch DEF LEPPARD oder DORO, nicht unbedingt jedermanns musikalische Welt sind, machte dieser Abend jede Menge Appetit auf mehr.

Insbesondere ist es ein absolutes Erlebnis, in diese Welt der Hard Rock und Heavy Metal Fans einzutauchen. Und es war verblüffend, wie sich bereits auf dem angrenzenden Campinggelände Berge von Dosen und Flaschen von Bieren aller Herren Länder häuften, heftige Bässe aus Ghettoblastern dröhnten, die aus auf Anhängern montierten und mitgebrachten Stromaggregaten gespeist wurden und einem letztlich doch eine ganz eigene, vielleicht mitunter rauhe, dennoch frohe Herzlichkeit der Fans entgegenschlug.


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